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Josephine

Es war einmal…  das Weihnachtswunder vom Stephansplatz …

Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem sehr bekannten Land… in einer wunderbaren, lebenswerten  Stadt… wo eine Schaufensterpuppe  Namens  „JOSEPHINE“ das Licht der Welt erblickte. Josephine wollte unbedingt  ein wunderschönes, edles, schlankes und sehr sinnliches Mannequin werden.  Ihr Wunsch war es: in der ersten Reihe zu stehen. Alle Menschen die durch die „Schaufenster“  blickten sollten nur Augen für sie haben. Durch ihre etwas maskuline , große und sehr dominante Erscheinung stach sie von allen anderen, zurückhaltenden , kleineren und lieblich wirkenden Schaufensterpuppen heraus. So geschah es, dass sie in einem bekannten Wiener Modegeschäft, ca. im Jahre 1970,  ihr eigenes Schaufenster bekam um Ballmode zu repräsentieren.

Als außergewöhnliches Model posierte sie mit ihren „Kolleginnen“  in edlen, eleganten Ballroben und die Menschen standen Schlange vor den „Prinzessinnen der Nacht“. Alle waren glücklich und zufrieden, bis… ja bis zu diesem einen dunkeln Tag, der ihr Leben von heute auf morgen verändern sollte. Beim ankleiden der neuesten Ball Robe stürzte Josephine so unglücklich, dass sie sich die linke und rechte  Hand gleichzeitig brach sowie Abschürfungen den ganzen Körper entstellten. Von heute auf morgen war ihre so rühmliche und erfolgreiche Mannequin Karriere beendet und sie landete in der sog. „Kranken Station“ – im finsteren, staubigen Keller des renommierten Mode Hauses.

Wir können nur makellose Schönheiten unseren Damen der Gesellschaft zeigen. Eine unvollkommene Schaufensterpuppe,  mit diesen Narben am Körper, ist für unser Haus wertlos geworden sagten gefühllos ihre damaligen Besitzer.  Josephines Welt brach zusammen, sie wurde von Tag zu Tag unglücklicher und sehr krank. Alleine, ohne Tageslicht, ohne ihre geliebten Menschen die sie tagtäglich  anlächelten, bewunderten, sie bestaunten, jetzt lag sie am Boden in der hintersten Ecke des Kellerraumes. Sie wollte nur mehr sterben. Ihr Leben hatte keinen Sinn mehr. Für welchen Menschen sollte sie denn noch von Nutzen sein, fragte sie traurig und ergab sich ihrem Schicksal, dass bald alles zu Ende sein wird. Plötzlich hörte sie Geräusche…. Schritte … Stimmen… ein glockenhelles Lachen… sie dachte … die Engel holen mich bald in den Himmel… jetzt höre ich schon ihr rufen… , Licht wurde aufgedreht…auf einmal spürte sie eine warme, zärtliche Hand in ihrem Gesicht und  sie blinzelte in 2 dunkelbraune, glänzende und strahlende Augen.Was bist DU für eine Schönheit? Was hat man dir angetan du armes Wesen? Wieso liegst du da am Boden? fragte Helga die verletzte Schaufensterpuppe.

Komm steh auf ich helfe dir, 2 Arme umschlungen ihre sehr schlank gewordene Taille und richteten sie auf … Huch bist du aber wackelig auf den Beinen … klang es in ihren doch sehr staubigen Ohren… OOOhhhhhh – du bist wirklich eine sehr besondere Schaufensterpuppe – wie alt bist du denn?… wie heißt du ? Natürlich konnte Helga nicht wissen, dass ihr Name „Josephine“  war….Wer ist diese Frau? fragte sich Josephine ? Was will sie von mir? Sieht sie denn nicht wie alt & krank ich bin? Helga war begeistert und redete mit ihr: „ so eine wie DICH wollte ich immer haben…  eine sexy Schaufensterpuppe für meine Velvet Dessous  – ein Markenzeichen für mein edles, verführerisches Dessous Geschäft“!

Josephine lauschte Helgas Worte .. sie glaubte immer noch zu träumen… doch dieses herzliche Lachen weckte ihre Begeisterung… sie dachte, dass ist jetzt deine letzte Chance Mädchen – reiße dich zusammen… zeig dich von deiner besten Seite… vergiss deine kaputten Hände, vergiss die Narben der Vergangenheit … deine Zukunft beginnt genau JETZT …   auch wenn ich ahnungslos bin, was diese Frau mit mir vorhat – aber ich werde mit ihr gehen…  wo auch immer hin -sie ist meine Retterin, das spürte Josephine mit jeder Faser in ihrem verstaubten, fast schon leblosen Puppen Körper. Helga war überglücklich … sie hüllte Josephine vorsichtig in ein großes weißes, weiches Tuch, und trug sie Stockwerk für Stockwerk hinaus ans Tageslicht. Josephine begann ganz langsam aufzuatmen, schaute in die bunten Lichter der Weihnachtsbeleuchtung ,  freute sich und dachte an:  Weihnachten, Weihnachten wie es früher einmal war …. mit Kerzenschein… silbernen  Haar …  an Engelsflügeln, Glöckchen die hell erklingen, süßen Duft von Lebkuchen,  an Frieden und Geborgenheit.

Auf einmal wurden ihre Lebensgeister, ihre Sinne wieder geweckt. Ja, ich will lachen, tanzen, in Kinderaugen schauen und die Menschen zum Staunen bringen. Edle Stoffe auf meiner Haut spüren, mich zeigen, glänzen, strahlen,  will einfach nur glücklich und für jemanden wichtig sein. Ganz leise sprach Helga zu ihr -als ob sie wüsste, dass Josephine sie versteht: „ Hallo Schönheit, du bekommst das wundervollste  Zuhause was du dir nur vorstellen kannst – du wirst sehr berühmt werden – im Herzen von Wien wirst DU die schönsten Dessous tragen“ – zuvor wirst du von mir gebadet, gesund gepflegt – damit alle deine Wunden verheilen können. UND dein Name… wie ist dein Name? Fragend schaute Helga in die Augen der Schaufensterpuppe,,, berührte sanft und vorsichtig ihre reparierten Hände und plötzlich kam ihr der Gedanke : „JOSEPHINE“ ja, du bist meine Josephine  Du wirst mein Maskottchen, mein Glücksbringer mein Markenzeichen …. Du wirst die erste Schaufensterpuppe  in Wien sein, die VOR  einem Geschäft steht – nicht eingesperrt hinter Glas und Gitter…. Die Menschen werden dich bestaunen, angreifen und fühlen das du „echt“ bist… eine „echte Schaufensterpuppe“, das verspreche ich dir … hörte Josephine “HELGA” jubeln.

So geschah es , das Wunder zu Weihnachten  im Jahre 2004. Liebevoll  schmückte Helga ihre „Puppe.“ Mit den edelsten,  weißen Velvet Dessous, Josephine war von Helgas „Liebe & Leidenschaft“ erfüllt. Die großen weißen Engels Flügel verliehen Josephine wahrlich Flügel, ganz sanft und leise fiel Feenstaub über ihren Körper….plötzlich  stand Josephine  vor ihr – lebensecht. Silberweißes Haar mit silbernen Kugeln umrahmten ihr schönes Gesicht, Sterne glitzerten auf ihrer zarten Haut, goldener Tüll umschmeichelte ihre schlanke Taille. Dankbar dachte Helga: Du bist wahrlich mein Weihnachtswunder geworden, selig vor Glück lächelte Josephine geheimnisvoll zurück.

Träume und Wunder  werden war. Alle die „Glauben“ wissen das. Instinktiv spürte Josephine, dass sie mit diesem  besonderen  Geschäft (im Haus der Kirche)  untrennbar verbunden sein wird.  Gemeinsam „lebt“  sie mit Helga an „einem von 111 Orten in Wien den man gesehen haben muss.“ Seit diesem Augenblick ist Josephine die einzigartigste und „echteste“ Schaufensterpuppe auf dieser Welt und zaubert  immer allen Kindern, Erwachsenen die vorbei gehen oder sie fotografieren ein Lächeln ins Gesicht  …

Sie ist für uns Menschen zum Leben erwacht.